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Zur Geschichte des Bundeshauses

Bonn hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Konferenzstandort entwickelt, an dem Themen von weltweiter Bedeutung diskutiert werden. Seit Herbst 1999 werden der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages und das Wasserwerk, die Teil ausmachen des Gebäudekomplexes Bundeshaus, als Kongresszentrum genutzt.

Doch wie war die Entwicklung Bonns zur Bundeshauptstadt und die Geschichte des Bundeshauses von der Nutzung der Pädagogischen Akademie bis zum Bau des Plenarsaals von Günther Behnisch?

Die Eröffnungssitzung des Parlamentarischen Rates

Am Ende des Zweiten Weltkrieges war Bonn zu einem Drittel zerstört. Noch lag die Stadt in Trümmern, als ihre Sternstunde schlug. Am 5. Juli 1948 erreichte spätabends die Stadtväter die Anfrage, ob sie nicht den vorbereitenden Verfassungskonvent in Bonn unterbringen könnten. Sie sagten sofort und uneingeschränkt zu. Zu verdanken war diese Anfrage dem damaligen Leiter der Landeskanzlei, Ministerialdirektor Hermann Wandersleb, der später den Ehrennamen „Bon(n)ifacius“ erhielt. Er war der Mann, der Bonn „gemacht hatte“. 

Die Eröffnungssitzung des Parlamentarischen Rates, dessen Vorsitzender der spätere Bundeskanzler Konrad Adenauer war, fand am 1. September 1948 im Museum König statt, das als einziges Gebäude genügend Platz für die gemeinschaftliche Versammlung des gesamten Rates bot. Die Arbeitssitzungen wurden jedoch in der Pädagogischen Akademie abgehalten, die man am heutigen Standort des Bundeshauses an der Görresstraße in Tag- und Nachtarbeit für diesen Zweck hergerichtet hatte. Haupttagungsort war die ehemalige Turnhalle der Pädagogischen Akademie, die 1931 von Regierungsbaumeister Witte erbaut worden war. 

Bundeshauptstadt Bonn

Acht Monate später fiel die endgültige Entscheidung für Bonn als (vorläufige) Bundeshauptstadt. Ebenfalls im Rennen war auch Frankfurt am Main, das in der Vergangenheit des Öfteren eine bedeutende Rolle in der Geschichte Deutschlands gespielt hatte. Ein Grund für den Zuschlag für Bonn mögen die besseren räumlichen Möglichkeiten für die Unterbringung der Bundesregierung gewesen sein. Ausschlag gebend jedoch war wohl die vehemente Fürsprache des Vorsitzenden des Parlamentarischen Rates, Konrad Adenauer. Schließlich war Adenauer im kleinen Rhöndorf nur wenige Kilometer südlich von Bonn beheimatet.

Sicherlich nicht außer Acht gelassen werden darf die Tatsache, dass die Stadt allein ihrer eher bescheidenen Größe wegen den angestrebten Charakter einer provisorischen Hauptstadt in Zeiten angesagter Bescheidenheit aufgrund des verlorenen Krieges besser verkörperte, als das große und traditionsbehaftete Frankfurt.

Die Plenarsäle von Hans Schwippert und Günter Behnisch

Im Jahre 1950 ließ die Bundesrepublik schließlich die ehemalige Turnhalle durch den Architekten Hans Schwippert zum Plenarsaal umbauen. 1983 sorgten Bedenken der Bundesbaudirektion dafür, dass dieser bisherige Plenarsaal umgestaltet werden musste. Nach anfänglichen Planungen für einen Umbau entschlossen sich die Parlamentarier letztlich für einen vollständigen Neubau des Bundeshauses. Während der Zeit des Neubaus tagte das Parlament von 1986 bis 1992 im benachbarten Wasserwerk, bis das neue Plenum, das von Architekt Günter Behnisch entworfen wurde, bezugsfertig war. Den Plenarsaal von Günther Behnisch nutzten die Abgeordneten von 1992 bis 1999.

Vom Bundeshaus zum Kongresszentrum

Nach dem Umzug von Teilen der Bundesregierung nach Berlin stehen Plenarsaal und Wasserwerk mit ihren zusätzlichen Tagungsräumen seit Herbst 1999 der Öffentlichkeit als Kongresszentrum für Veranstaltungen zur Verfügung. Jährlich besuchen rund 60.000 Teilnehmer die hier stattfindenden unterschiedlichen Tagungen, Kongresse und Abendveranstaltungen.

Mit dem in Bau befindlichen Erweiterungsgebäude gegenüber dem bisherigen Gebäudekomplex entsteht voraussichtlich 2011 ein multifunktionales Kongresszentrum, das Platz bieten wird für Veranstaltungen mit bis zu 5.000 Personen.